Nachbarschaft & Hilfe
Masken nähen für Berlin

Hun­der­te von Berliner*innen ha­ben sich zu­sam­men­ge­tan, um Mas­ken zu nä­hen. Mas­ken für Pfle­ge­per­so­nal, Kassierer*innen, Sozialarbeiter*innen und alle, die ak­tu­ell noch ar­bei­ten und da­bei im Kon­takt mit an­de­ren Men­schen sind. Das al­les eh­ren­amt­lich in der Face­book-Grup­pe „Mas­ken nä­hen Ber­lin eh­ren­amt­lich“.

Die Grup­pe wur­de am 21. März 2020 ge­grün­det und hat­te am 6. April be­reits über 1.500 Mit­glie­der. Wir ha­ben die Grup­pen­grün­de­rin Niz­ana Braut­mann te­le­fo­nisch zu ih­rem En­ga­ge­ment be­fragt.

Mit welchem Hintergrund bzw. aus welcher Intention heraus hast du die Facebook-Gruppe gegründet?

Ein Freund von mir ist Haus­arzt. Er hat mir ge­sagt, dass er nicht weiß, was er in ein paar Ta­gen ma­chen soll. Das War­te­zim­mer ist jetzt schon voll und die Mas­ken ge­hen lang­sam aus. Die Pra­xis stellt den Patient*innen Mas­ken zu Ver­fü­gung. So kön­nen sich die An­ge­stell­ten der Pra­xis, der Arzt und die Patient*innen ge­gen­sei­tig schüt­zen. Ich habe die Grup­pe ge­grün­det, da­mit wir mit un­se­rem En­ga­ge­ment zu­min­dest die Pra­xen, Kli­ni­ken und das Pfle­ge­per­so­nal mit Mas­ken ver­sor­gen kön­nen.

Kannst du einschätzen wie groß die Nachfrage nach Masken in Krankenhäusern, Kliniken und Praxen ist? Wieviele Anfragen bekommt ihr?

Die Nach­fra­ge ist un­er­mess­lich. Es gibt we­ni­ge Kran­ken­häu­ser, Kli­ni­ken und Pra­xen, die vor­ge­sorgt ha­ben. Von den Pfle­ge­kräf­ten, Kassierer*innen und Erzieher*innen mal ganz ab­ge­se­hen. Es gibt ak­tu­ell auch kei­ne oder kaum neue Mas­ken zu be­stel­len.

In welchen Bezirken seid ihr aktuell aktiv?

Wir sind zur­zeit in al­len Be­zir­ken ak­tiv.. Es gibt kei­nen Be­zirk, den wir nicht mit Mas­ken be­lie­fern.

Ihr seid bereits über 1.000 Mitglieder. Wie organisiert Ihr euch?

Die größ­te Her­aus­for­de­rung in der Or­ga­ni­sa­ti­on ist, dass wir mög­lichst kur­ze und kon­takt­lo­se Lie­fer­ket­ten be­nö­ti­gen. Da wir jetzt schon so vie­le Mit­glie­der sind, ar­bei­ten wir ge­ra­de dar­an, ei­nen Über­blick über je­den Be­zirk zu be­kom­men. Also: Wer näht? Wer spen­det? Wer lie­fert? Wel­che Kran­ken­häu­ser und Pra­xen wer­den in wel­chem Be­zirk be­lie­fert?

Wie schützt ihr euch selbst?

So weit es mög­lich ist, ge­hen die meis­ten Lie­fe­run­gen kon­takt­los in den Brief­kas­ten. Die Hy­gie­nehin­wei­se sind uns auch al­len be­kannt und wer­den in der Ar­beit im­mer be­dacht.

Massken

In der Facebook-Gruppe sind Mitglieder, die nähen, andere die Material spenden und diejenigen, die Masken suchen. Wieviele der Gruppen-Mitglieder nähen selbst Masken?

Das sind un­ge­fähr 70%. Es gibt da­bei die­je­ni­gen, die seit Ta­gen nichts an­de­res mehr ma­chen und es gibt die­je­ni­gen, die das ne­ben­bei mit Kind und Be­ruf in Ein­klang brin­gen.

Wie kann man euch unterstützen?

Wir su­chen na­tür­lich wei­ter­hin nach Näher*innen. Und wir brau­chen drin­gend Ma­te­ri­al: Stoff, Garn und Gum­mi­bän­der ge­hen uns lang­sam aus. Alte Jer­sey-Bett­la­ken wä­ren groß­ar­tig. Dar­aus kön­nen wir die Bän­der ma­chen. Denn Gum­mi­bän­der gibt es in Ber­lin nicht mehr zu kau­fen und lang­sam auch nicht mehr zu be­stel­len. Auch Blu­men­draht wäre su­per. Da­mit kann man die Mas­ken bes­ser an der Nase fi­xie­ren. Das ist be­son­ders im me­di­zi­ni­schen Be­reich vom Vor­teil, Uns hel­fen auch schon klei­ne Men­gen. Aus ei­nem Bett­la­ken kann man z. B. eine Men­ge Mas­ken nä­hen.

Es werden immer mehr Mitglieder und die Gruppe ist sehr aktiv. Wie fühlst du dich dabei?

Ich bin ganz oft den Trä­nen nahe. Ich fin­de das so rüh­rend, wie groß der Wunsch ist, an­de­ren un­ent­gelt­lich et­was Gu­tes zu tun. Das zeigt mir, dass die Men­schen sehr al­tru­is­ti­sche We­sen sind und dass un­se­re Ge­sell­schaft hier eine Rie­sen­chan­ce hat, sich dar­auf zu be­sin­nen.

 

 


Mas­ke Mund­schutz sel­ber nä­hen - in 3 Mi­nu­ten er­klärt von Sa­bi­ne Platz!

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Foto: Chris­tia­ne Quandt | Ak­tua­li­siert: 06.04.2020

 

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